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Bilder unserer Innungsfahrt nach Seiffen (von Steffen Huber)

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Nach 13 Jahren Abstinenz beschloss die Innungsversammlung wieder einmal als Reiseziel das Erzgebirge. Nach Aachen 2015 sollte die Fahrt diesmal etwas entspannter und kürzer werden. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und so startete der Reisebus von Wetzel-Tours um 08.45 Uhr mit den ersten Zusteigern von Heidesee. Um 10.00 Uhr wurde in Göttin bei unserem Ehrenobermeister Schünemann der zweite Schwung eingesammelt und zügig ging es weiter über Köckern nach Leipzig.
In der Innenstadt wurden wir bereits vom Drechslermeister Frank Ahlborn, Geschäftsführer der AHLBORN Kegel- und Bowlingbahnenbau GmbH empfangen. Ein für die Kollegen sehr interessanter Rundgang durch die Produktionsstätte zeigte aufs Neue, in wie viele Richtungen sich das Drechslerhandwerk bis zur Perfektion entwickeln kann. Die Anlagen werden nicht nur im Inland montiert, sondern auch ins Ausland, wie zB. Türkei und Frankreich exportiert. Ein überreichter Kasten Bier als Gruß und Dank zum Vatertag beendete den interessanten Besuch.
Unsere nächste Station war die erzgebirgische Kreisstadt Zschopau - bekannt seit über 100 Jahren durch die Entwicklung und Produktion von motorisierten Zweirädern der Marken DKW und später MZ. Genau das Wissen wollten wir in der Motorradausstellung des Schlosses Wildeck vertiefen und bekamen bei einer Führung durch einen ehemaligen hochrangigen MZ-Mitarbeiter am Beispiel der Sammlung Rasmussen Einblick in die Etappen der technischen Entwicklung, die politischen Einflüsse und letztlich den unnötigen Niedergang der Produktionsstätte in Zschopau.
Strahlender Sonnenschein begleitete uns schließlich noch die wenigen Kilometer bis zu unserem Hotel "Gasthof zur Heinzebank" in der Nähe von Wolkenstein. Nach einer Verschnaufpause fand der Tag sein Ende in einer geselligen Runde bei gutem Essen und Trinken.

Pünktlich um 08.30 Uhr zuckelte unser blaugrüner Viseon-Reisebus über kurvige Bergstraßen nach Seiffen. Die kleine Räuchermann-Manufaktur Merten empfing uns mit offenen Türen und freundlichen Worten des Drechsler- und Obermeisters Klaus Merten. Mit viel Liebe und Erfindergeist werden hier noch, wie in vielen anderen Produktionsstätten der Gegend, die Traditionen des Drechsler- und Holzspielzeugmacherhandwerks bewahrt. In hoher Qualität und Vielseitigkeit werden hier seit vielen Jahren vor allem Räuchermänner auch speziell nach Kundenwünschen angefertigt. Man hört hier nicht das Kreischen von Automatentechnik, sonder das leise Summen der Handdrehbank. Zum Abschied gab es einen Kasten Bier für den freundlichen Gastgeber als nachträglichen Himmelfahrtsgruß.
Nächste Station war das Drechselzentrum Erzgebirge der Familie Steinert in Olbernhau. Martin Steinert nahm sich die Zeit, uns die im Angebot befindlichen Drehbänke mit ihren Besonderheiten nahe zu bringen, beantwortete viele Fragen und führte uns dann auch noch in sein "Allerheiligstes" - eine private Sammlung von historischen und kuriosen Holzdrehbänken, die die alte Werkstatt von Großvater Steinert bevölkern. Während die Frauen sich in der Sonne bräunten, waren die Männer kaum aus dem neuen Verkaufspavillon zu kriegen. Aber das vorbestellte Mittagessen im Eiscafe´ und Restaurant Flamenco in Olbernhau wartete bereits auf die hungrige Reisegruppe. Drechslermeister Dietmar Ender aus Borstendorf leistete uns Gesellschaft. Das Essen war vorzüglich und pünktlich konnten wir den Bus in Richtung Grünhainichen besteigen, der uns schließlich zum letzen Reiseziel des Tages brachte.
Die Firma Wendt & Kühn, seit über 100 Jahren bekannt im In- und Ausland für seine originellen und hochqualitativen "Elfpunkteengel", hatte wie immer am Himmelfahrtswochenende seine Pforten für Besucher geöffnet. Zum Glück für uns war es schon ruhig auf dem weitläufigen Gelände mit Hanglage geworden, so dass wir in Ruhe, geführt vom Drechslermeister und Abteilungsleiter Roland Stanzel, die einzelnen Schritte der Produktion vor Ort anschauen konnten. Roland Stanzel und unsere Innungskollegen Gundmar Richter und Steffen Huber lernten von 1981 bis 1983 gemeinsam in einer Klasse der Berufsschule Neuhausen den theoretischen Teil des Drechslerhandwerks. So war die Wiedersehensfreude groß und die Atmosphäre sehr entspannt. Staunend konnten wir sehen, mit welcher Hingabe und Präzision die vielen Damen des Hauses den Engeln, Blumen und Instrumenten mit Farbe Leben einhauchten. Geschwindigkeit ist keine Zauberei, sondern jahrelanges "Training" in der Produktion der Engel, Blumenfrauen und Spieldosen. Voller Eindrücke kehrte die Gruppe zurück ins Hotel, wo um 19.00 Uhr ein leckeres Menü wartete und einen Abend bei Wein, Bier und guten Gesprächen einläutete.

Der letzte Tag legte noch ein paar Plusgrade drauf und stand ganz im Zeichen von Shopping und Entspannung im Spielzeugdorf Seiffen. In lockeren Grüppchen flanierten wir durch das Gewirr von Einheimischen, neugierigen Besuchern und sonnenhungrigen Bikern.
Wer es schaffte, dinierte noch in einem der zahlreichen Restaurants, bis es eine Stunde früher als ursprünglich geplant wieder auf Heimfahrt ging. Köckern, Göttin und Heidesee hießen die letzten Stationen, zu denen uns Fahrer Frank Lehmann brachte und unsere Innungsfahrt 2016 beendete.

Steffen Huber, Obermeister

Teilnehmer waren:
Wetzel (1)
Scherneck (2)
Richter (2)
Balthasar (2)
Heider (2)
Barthel (2)
Diesener (1)
Lobbes (2)
Haase (1)
Huber (2)



Vielen Dank den Kollegen Frank Ahlborn und Klaus Merten für den freundlichen Empfang und die Führung durch die Werkstätten.